•  
  •  

Fuss-Bein-Beschwerden-Lexikon

Achillodynie

Die Achillessehne ist die am stärksten ausgeprägte Sehne im menschlichen Körper und erbringt im Bewegungsablauf eine enorme Spannungsleistung.

Ursache: Die Entzündungsreaktion der Gleitschichten der Achillessehne wird oft ausgelöst durch eine verkürzte Wadenmuskulatur, zu harte Böden (Halle) oder zu weiche Böden (Sand). Zu starke Belastungssteigerung, eine schlechte Lauftechnik oder eine Fehlstellung der Ferse - z.B. durch Kippstellung nach innen und aussen - verändert den Zugwinkel der Sehne und beeinträchtigt damit Ihre Funktion. Je nach Fussstellung werden äußeren oder inneren Fasern der Sehne stärker gezogen. Dies führt zwangsläufig zur Entzündung der Sehne.Die Entzündung der Achillessehne (Achillodynie) oberhalb des Fersenbeins tritt oft bei Kindern und Sportlern auf. Überlastung der Achillessehne ist die übliche Begründung für diese Beschwerden. Verkrampfung, Schmerzen und die damit verbundene Schonhaltung führen oftmals zu einer Kettenreaktion von Beschwerden, die sich beispielsweise bis in die Hüfte oder die Wirbelsäule erstrecken können.

Diagnose: Druckschmerz am Ansatz der Achillessehne, Verdickung und Schwellung. Ausfaserungen und Teilrisse der Sehne kann die Ultraschalluntersuchung sichtbar machen.

Massnahmen: Abhilfe ist möglich und wirkt schnell. Grundsätzlich Eisanwendungen im akuten Stadium, Wärmeanwendung im chronischen Stadium. Im akuten Stadium kann man die Shene kurzfristig mit einem Keil unter der Ferse entlasten. eine Trainingspause ist angesagt. Auch muss man dafür sorgen, dass das Fersenbein gerade auf den Boden aufkommt. Zum einen sollte der Absatz des Schuhs nicht weich sein, zum anderen kann man mit einer gestützten Einlage die Beschwerden vermeiden. Physiotherapie, Elektrotherpie oder Ultraschalltherapie kann helfen. Salben können Sinn machen, da das gereizte Gewebe dicht unter der Haut liegt. Dehnung der Wadenmuslulatur, Kräftigung der Unterschenkelmuskulatur sowie Koordinationstraining ist unbedingt sinnvoll.

Das Ziel einer therapeutischen Massnahme ist die Korrektur der Fersenfehlstellung, damit die Achillessehne wieder ungehindert ihren Dienst verrichten kann.

Bursitis (Achillobursitis, Haglund Ferse)

Ursache: Die Entzündungsreaktion der Schleimbeutel im Bereich des Achillessehnenansatzes hat im wesentlichen ähnliche Ursachen wie dei Achillessehenentzündung, besonders jedoch den Druck an der Ferse durch schlecht sitzendes Schuhwerk. Eine Verknöcherung im Bereich des Achillessehnenansatzes kann sich bei chronischen Reizzuständen ausbilden. Die Verknöcherung wird auch dorsaler Fersensporn oder Haglund-Exostose genannt.

Diagnose: Druckschmerz am Ansatz der Achillessehne, Verdickung und Schwellung. Ausfaserungen und Teilrisse der Sehne kann die Ultraschalluntersuchung sichtbar machen.

Massnahmen: Druckentlastund der Region durch Tragen von Schuhwerk mit freier Ferse. Bei geschlossenen Schuhen muss die Stelle angepasst werden (Verstärkungen ausschleifen und polstern, sowie ausweiten möglich). Mögliche Fehlstellung und Abrollfehler könnne mit einer geeeigneten Einlagenversorgung korrigiert werden. Dehnung der Wadenmuslulatur, Kräftigung der Unterschenkelmuskulatur sowie Koordinationstraining ist unbedingt sinnvoll. Anwendung von antientzündlichen Salben.

Knick- und Senkfuss

Beim Knickfuss knickt das Fersenbein unter dem Druck des Körpergewichtes nach innen um. Die Fehlstellung beruht auf einer Knickstellung des Fersenbeins nach innen. Durch das Abknicken des Fersenbeins kommt es in vielen Fällen zusätzlich zu einer Abflachung der mittleren Fusswölbung bzw. zu einem Senk- oder Plattfuss. Eine doppelte Fehlstellung (Knick- und Senkfuss) schränkt die Abfederung und die natürliche Abrollbewegung beim Gehen und Laufen ein.

Ursache: Der Knickfuss entsteht meist aus einer Bänder- oder Muskelschwäche, aufgrund von Übergewicht oder X- bzw. O-Beinen.

Diagnose: Fehlstellung des Achillessehnenwinkels bei Belastung um mehr als 7 Grad. Schmerzen im Bereich des Innenknöchels wegen Fehlstellung des Rückfusses und Überlastung de medialen Bandapparates. Schmerzen im Beriche des Aussenknöchles wegen dem vermehrten Druck auf die laterale Sprunggelenkfläche.

Massnahmen:  Knickfuss: Sensomotorische Einlage mit dem höchsten Punkt unter dem Innenknöchel um die Fussinnenrand hebende Muskulatur zu aktivieren (Korrektur der Überpronation) und zur Entlastung der Fussgelenke. Stabil gebaute Schuhe im Rückfuss. Physiotherapie mit Kräftigung der Unterschenkelmuskulatur und Koordinationstraining sind weitere Massnahmen.

Ziel einer therapeutischen Massnahme ist die natürliche Fusswölbung durch eine Einlagentherapie wiederzugewinnen und das eingeknickte Fersenbein in seiner Stellung zu korrigieren.

OSG Distorsion

Übertreten des Fusses nach aussen (Überbewegung in Supination)

Ursache: Wegknicken über eine unebene Stelle

Diagnose: Schemrzen im Sprunggelenk, leichte Schwellung und Bluterguss besonders an der Aussenseite des Knöchels. Schmerzen bei passiver Supination des Fusses.

Massnahmen: Bei akuter Verletzung muss die Sportausübung unterbrochen werden. Das Gelenk soll gekühlt werden. Ev. hochlagern und einen komprimierenden Verband anbringen (PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern). Kräftigung und Koordinationsschulung in Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten ist anzuraten.

Tarsaltunnelsyndrom

Der hinter Schienbeinnerv zieht unter ienem Band entlang am Innenknöchel zur Fusssohle.

Ursache: Überpronation kann den Nerv oder einege seiner Äste einklemmen und so Beschwerden auslösen.

Diagnose: Typischer Druckschmerz, Sehnenscheidenentzündung. Ev. kann eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit die Diagnose unterstützen.

Massnahmen: Korrektur der Überpronation mittels Einlagen mit medialer Abstützung und Schuhe mit gutem Halt.

Arthrose im Sprunggelenk

Ursache: Der Sprungelenksarthrose ist wesentlich seltener als der Verschleiss des Knie- oder Hüftgelenkknorpels. Ursächlich sind schlecht verheilte Frakturen oder auch Instabilitäten des Gelenks nach mehrfachen Bänderrissen ohne konsequente Therapie.

Diagnose: Röntgenbefund

Massnahmen: Entlastung der Gelenkfläche, statische Aufrichtung mittels Einlagen, Abrollhilfen


Entzündung des Muskulus tibialis posterior (hinterer Schienbeinmuskel)

Der Muskel ist einer der tragenden Elemente des Längsgewölbes.

Ursache: Vermehrter Stress durch Überpronation (Knickfuss).

Diagnose: Typischer Druckschmerz, ev. leichte Schwellung

Massnahmen: Ruhigstellung (Sportpause). Kälteanwendung im akuten Stadium mit Schwellung. Antientzündliche Medikamente. Versorgung der Fussstatikschwäche mit geeignetem Schuhwerk und orthopädischen Einlagen.

Metatarsalgie - Spreizfussbeschwerden

Schmerzen im Bereich des Fussballens, besonders bei Belastung

Ursache: Bei Spreizfüssen weichen die Mittelfussknochen auseinander (Erschlaffung des Fussquergewölbes). Der Fuss wird im Ballenbereich breiter und die Druckbelastung auf den mittleren Vorfuss nimmt im Gehen und Stehen zu. Möglich sind auch das Tragen zu kleiner Schuhe oder Schuhe mit hohen Absätzen. Auch Nervenstränge, die zwischen den Mittelfussknochen hindurchlaufen, können durch die übermässige Belastung eingequetscht werden.

Diagnose: Kribbeln, Taubheitsgefühl oder auch stechende Schmerzen unter den Fussballen. Die Haut reagiert nicht selten mit Schwielenbildung oder Hühneraugen unter den durchgetretenen Mittelfussköpfchen. Schmerzen sind vorprogrammiert.

Massnahmen: Durch die individuelle Gestaltung des Reliefs sensomotorischer Einlagen werden die Muskeln in Füssen und Waden so aktiviert, dass die Fehlstellung des Fusses korrigiert wird. Die übermäßige Belastung auf den Vorfuss wird mittels Abstützung des Quergewölbes (Pelotten) reduziert und eine gleichmässige Druckbelastung wird somit über den gesamten Fuss erreicht. Zusätzlich können bei Bedarf Polstermaterialen im Fussballenbereich wohltuende Entlastung für punktuelle Überlastung schaffen.

Hallux Valgus - Grosszehenschiefstand

Ein mittlerweile sehr weit verbreitetes Leiden vor allem bei Frauen ist der Grosszehenschiefstand – der so genannte Hallux Valgus.

Ursache: Das Grosszehengrundgelenk drängt stark nach medial, während der grosse Zeh nach lateral ausweicht. Neben genetischer Veranlagung wird der Grosszehenschiefstand durch zu hohes und schmales Schuhwerk, Übergewicht, Bewegungsmangel und  Gelenkinstabilität begünstigt. Auch Fussfehlstellungen wie der Knick-Senkfuss können einen Hallux Valgus verursachen. Dabei senkt sich das Fussgewölbe sehr stark ab, Muskelsehnen geraten unter Spannung und die Großzehe wird verstärkt in die Schieflage gezogen.

Diagnose: Abweichung der Grosszehe nach Aussen um mehr als 10°, Hornhautschwiele under dem Mittelfussköpfchen 2. Druckschmerzen und Rötungen auf dem Innenballen und langfristig eine Deformierung und Krallenzehenbildung der anderen Zehen zählen zu den typischen Beschwerdebildern. Ausbildung des Schleimbeutel (Bursa) am Grosszehengrundgelenk.

Massnahmen: Oft wird die Suche nach passendem Schuhwerk eine regelrechte Herausforderung. Sensomotorische Einlagen können das Fussgewölbe mittels Muskelaktivierung wieder aufrichten. Mit therapiebegleitender Fussgymnastik kann sich das Belastungsgefüge der zuvor gespannten Muskelsehnen wieder ausbalancieren. Erfahrungsgemäss lässt sich bei frühzeitiger Behandlung der meist fortschreitende Prozess des Hallux Valgus verlangsamen.

Hallux Rigidus - Arthrose im Großzehengrundgelenk

Als Hallux Rigidus wird der Gelenkverschleiss im Großzehengrundgelenk bezeichnet.

Ursache: Ähnlich wie beim Hallux Valgus scheint auch bei dieser Form der Arthrose eine genetische Veranlagung eine große Rolle zu spielen. Doch auch Fehlstellungen wie der Knick-Senkfuss führen zu einer erhöhten Belastung des Großzehengrundgelenks und können zu einer verstärkten Knorpelabnutzung beitragen. Permanente Mikrotraumatisierungen (Feldsport, Langstreckenlauf) können das Gelenk schädigen.

Diagnose: Als Reaktion auf den Knorpelverschleiß entstehen Entzündungen im Großzehengrundgelenk. Diese können sogar chronisch werden und enorme Schmerzen beim Abrollen über die Großzehe verursachen. Verdickung, Kapselschwellung und Druckschmerz über dem Gelenk.

Massnahmen: Vor gar nicht allzu langer Zeit folgte man dem Therapieansatz, den großen Zeh mittels statischer Einlage oder gar operativem Eingriff zu versteifen. Heute erkennt man, dass eine Gelenkbeweglichkeit die Grundlage für eine ausreichende Knorpelernährung und damit langsameren Verschleiß bildet. Mit sensomotorischen Einlagen kann die hauptsächliche Fußbewegung auf den Rück- und Mittelfuss verlagert werden – damit wird die Druckbelastung auf die Grosszehe erheblich reduziert. Gleichzeitig bleibt jedoch ein Mindestmass an schmerzfreier Bewegungsfreiheit für die Grosszehe gewährleistet. In Kombination mit manueller Therapie und Fussgymnastik kann die sensomotorische Einlagenversorgung den Arthroseprozess hinauszögern und die Schmerzsituation positiv beeinflussen. Beim akuten Fall kann vorübergehend mit einer Abrollung am Schuh geholfen werden.

Morton'sche Neuralgie

Schmerzen im Bereich des Fussballens, ähnlich dem Durchstechen eines spitzen Gegenstandes.

Ursache: Quetschung der die Zehen versorgenden Nerven durch Mittlfussknochen bei unzureichender Quergewölbeausprägung. Entzündung, Verdickung und Vernarbung des Nervs.

Diagnose: Taubheit der Zehen bei Belastung. Belastungsschmerz. Schmerz durch seitliche Kompression des Vorfusses durch den Handgriff des Untersuchers. Auch empfindlich stechend bei Kontraktur dorsal / plantar auf Nerv. Meistens zwischen Metatarsale 3 und 4.

Massnahmen: Unterstützung des Quergewölbes mittels Einlagn oder Pelotten. Cortisoninjektion zur Beruhigung des gereizten Nervs. Bei therapieressistenten Fällen - Operation zur Entfernung des Neuroms (Nervengeschwulst).

Plantarfasziitis und Fersensporn

Ursache: Fehl- und Überlastung, Übergewicht, und Fussfehlstellungen wie Hohl- oder Knick-Senkfuss sind als Ursachen für die Entzündung bekannt.

Diagnose: Eine unbehandelte Plantarfasziitis kann schnell zu einem Fersensporn führen. Am Ansatz der Sehnenplatte im hinteren Bereich der Fusssohle entwickeln sich Kalkablagerungen als Abwehrreaktion auf die Entzündung. Die dornenartige Verknöcherung, der Fersensporn, entsteht. Zusätzliche Belastungen auf diese Verhärtung können Entzündungen der Weichteile verursachen, die den Sporn umgeben. Ein anfangs punktuell stechender, brennender oder auch dumpfer Schmerz ist die Folge, der langfristig in den gesamten Fuß und sogar bis in den Unterschenkel ausstrahlen kann.

Massnahmen: Entlastenden Einlagen mit Korrektur der Fussgewölbe unterstützen die Physiotherapie. Stosswellen- und Ultraschalltherapie sind weitere Massnahmen um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Im akuten Stadium gelangen auch spezielle Tapeverbände zur Anwendung.

Genu Valgum - Genu Varum

X-Bein (Genu Valgum) und O-Bein (Genu Varum)

Ursache: Fehlstellung wegen Band- und Muskelinsuffizienzen oder auch erbliche Vorbelastung.

Diagnose: Idealerweise sollte das Bein mehr oder weniger gerade sein (eine leichte X-Beinstellung insbesondere bei Frauen ist normal). Das Kniegelenk sollte in der Geraden zwischen Hüftkopf (Beckenknochen) und Sprunggelenk (Aussenknöchel) liegen. Bei Abweichungen von dieser Achse (O-Bein oder X-Bein) kommt es zu Fehlbelastungen. Beim O-Bein knicken die Kniegelenke nach aussen. Dadurch wird der innere Teil des Kniegelenkes mehr belastet als der äussere. Eine solche Fehlbelastung, insbesondere bei Übergewicht, führt zu Verschleiss. Der Knorpel wird abgerieben und der Innenmeniskus aufgefasert. Darüber hinaus kommt es durch das O-Bein je nach Ausprägung meist auch zu Fehlstellungen in anderen Gelenken, wie zum Beispiel Hüfte oder Sprunggelenk.

Massnahmen: Korrektur der Kniegelenk-Achse mittels individueller Einlage oder Schuhranderhöhung.

Varus-, Valgusgonarthrose (äussere, innere Kniearthrose)

Schmerzen bei Belastung des Kniegelenks mit Gelenkdeformierung.

Ursache: Über- und Fehlabelastungen können über kurz oder lang zu einem Gelenkverschleiss führen. Die Knorpelsubstanz verliert zunächst ihre glatte Oberfläche und wird immer weiter aufgeraut. Zahlreiche Strukturen des Gelenks können auf diesen Reiz hin entzünden und so starke Schmerzen verursachen. Klassische Ursache für den Kniegelenkverschleiss ist eine Fehlstellung (X-Bein, O-Bein).

Diagnose: Im akuten Stadium sind häufig Schwellungen, Rötung und Überhitzung des Gelenkes zu finden. Besonders gut zeigt sich der Gelenkverschleiss in der Röntgenaufnahme.

Massnahmen: Einmal geschädigte Knorpelareale sind nicht regenerationsfähig. Es gilt die Fehl- und Überbelastungen künfitg zu vermeiden. Mit einer Korrektur der Schuhe (Innen- oder Aussenranderhöhung oder mittels Einlagen) lässt sich die Achse korrigiern und somit wird das Gelenk teilweise entlastet.

Meniskusläsion

Menisken sind halbmondförmige Scheiben aus faserigem Knorpelgewebe, die die Passform der Gelenkflächen von Oberschenkel und Schienbeinknochen im Kniegelenk verbessern. Darüber hinaus haben sie stossdämpfende Eigenschaften.

Ursache: Menisken können entweder durch eine akute Verletzung in Mitleidenschaft gezogen werden, wie z. B. einer Verdrehbewegung oder aber sie werden durch immer wiederkehrende Fehlbelastungen geschädigt. Auffaserungen des Meniskus kann dann zum Einklemmen im Gelenk oder zu diffusen Schmerzen im Kniegelenk führen.

Diagnose: Röntgenaufnahmen können Verschleissprozesse des Kniegelenkknorpels aufdecken. Kernspintomographie (MRT) kann die Lokalisation und Art des Meniskusschadens darstellen. Bei einer Unterschenkelrotation wird der geschädigte Meniskus schmerzhaft gereizt. Schmerzen bei Belastung, Einschränkung der Beweglichkeit und Einklemmungsgefühl sind weitere Anzeichen.

Massnahmen: Je nach Ausmass des Schadens wird eine Operation vorgesehen. Sind starke Fehlstellungen der Auslöser für den Meniskusschaden, so kann mit Hilfe einer Einlagenversorgung darauf Einfluss genommen werden.


Osgood Schlatter

Schmerzen (Entzündung) des Knochengewebes im Ansatzbereich der Patellasehne (Kniescheibensehne). Typisch bei jugendlichen Sportlern bis zum 18. Lebensjahr.

Ursache: Die eigentliche Ursache des entzündlichen Porzesses und des damit einhergehenden Knochenabbaus ist unklar.

Diagnose: Die Lokalisation des Schmerzes im Bereich des unteren Patellasehnenansatzes erfolgt bei jugendlichen Sportlern mittels Röntgenaufnahme.

Massnahmen: Vermeiden der schmerzauslösenden Bewegung. Die Verletzung heilt dann spontan aus. Einsatz von Kniebandagen führen zur Entlastung in diesem Bereich. Ev. kann Physiotherpie sinnvoll sein.

Runner's Knee (Tractus iliotibialis Syndrom)

Diffuser Schmerz bei Beugung des Kniegelenks an der Aussenseite des Oberschenkels knapp oberhalb des Kniegelenks. Es besteht ein entzündlicher Reiz der Knochenhaut oder eines Schleimbeutels unter dem Tractus iliotibialis (kräftige Sehnenplatte).

Ursache: Vom Becken zum Schienbein zieht die Sehne über den äusseren Gelenkknorren des Oberschenkels und wird hier durch einen Schleimbeutel von der empfindlichen Knochenhaut getrennt. Häufig findet sich der Reizzustand bei einem O-Bein, da der Sehnenstrang hier verstärkt über dem Knochenvorsprung reibt. Eine Verkürzung des M. tensor fascia lata ist ausserdem oft die Ursache für die Beschwerden.

Diagnose: Druckschmerzhafte Stelle, ev. Röntgen oder MRT. Der Schmerz setzt oft nach ca. 20 Minuten Belastungsdauer ein. Häufig verschwindet er unmittelbar nach Belastungsabbruch. Das betroffene Areal schmerzt diffus beim Treppab gehen an den folgenden Tagen.

Massnahmen: Dehnung des Tractus iliotibialis ev. unter Anleitung eines Physiotherapeuten. Zusätzlich soll eine antientzündliche Therapie (z. B. Kälteanwendung oder in chronischen Fällen Wärmeanwendung, antientzündliche Salben) erfolgen.  Belastungspause ist sinnvoll. Bei O-beinigen Läufern kann mittels Einlagen die Kniestellung beeinflusst werden.

Jumper's Knee (Patellaspitzensyndrom)

Entzündliche Reizung des Kniescheibenbandes am unteren Kniescheibenpols.

Ursache: Übermässige Zugbeanspruchung des Bandes durch eine Verkürzung der Oberschenkelstrecker und eine Abschwächung der Gegenspieler. Generell ist die vordere Oberschenkelmuskulatur verkürzt und somit die Kniestreckung nicht vollständig möglich.

Diagnose: Schmerzen bei Belastung (besonders bei Lauf- und Sprungbelastung) sowie druckschmerzhafter Punkt unter der Patella. Entsprechende Muskelverkürzungen untermaueren der Verdacht.

Massnahmen: Um die Kniegelenkstreckung zu verbessern muss die Kräftigung der hinteren Oberschenkelmuskulatur und besonders des Gesässes erfolgen. Parallel dazu muss die vordere Oberschenkelmuskulatur gedehnt werden. Im akuten Stadium sind Kälte- Wärmeanwendungen und antientzündliche Salben zu empfehlen. Sind Fehlstellungen (wie z. B. Überpronation) festzustellen empfiehlt sich eine Einlagenversorgug für eine verbesserte Statik.